Bier brauen wie früher im Freilandmuseum

Maischen, Läutern, Würze kochen

Wann ist ein Bier ein Bier? Diese Frage können sich Musemsbesucher im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim beantworten lassen, wenn an den Sonntagen um den „Tag des deutschen Bieres“ 22. und 29. April von 9 bis 17 Uhr gebraut wird.

Zwei Brauereien stehen im Museum in der Baugruppe „Mainfranken-Frankenhöhe“, das Kommunbrauhaus von 1844 aus Schlüsselfeld im Landkreis Bamberg und das deutlich ältere kleine Hofbrauhaus aus Kraisdorf im Landkreis Haßberge. Es stammt aus dem Jahr 1699 und zählt damit zu den ältesten noch funktionstüchtigen Brauhäusern Mitteleuropas. Es ist in der Regel nur zum Tag des deutschen Bieres in Betrieb.

Im Kommunbrauhaus wird dagegen ganzjährig gebraut. Unter den erfahrenen Händen von Braumeister Sigi Brückler entsteht das Bad Windsheimer Freilandmuseum Dunkel und das Zwickel. Der Brauvorgang ist zum Teil schon technisiert, doch die Hopfengabe erfolgt gegen 15.30 Uhr von Hand. Sie spielt eine besondere Rolle, denn sie erst verleiht dem Bier das besondere Aroma. Im Wirtshaus am Kommunbrauhaus werden beide Biere ausgeschenkt.

Die Arbeit der „Pumpaufs“ beim Bier brauen ist anstrengend, denn wie hier im kleinen Hofbrauhaus aus Kraisdorf im Fränkischen Freilandmuseum ist alles noch reine Handarbeit. Foto: Fränkisches Freilandmuseum

Im kleinen Brauhaus aus Kraisdorf ist immer noch alles reine Handarbeit – und die ist durchaus anstrengend. Schon um 6 Uhr, wenn das Museum noch geschlossen ist, geht es los und ein Dutzend „Pumpaufs“ gehen Braumeister Jürgen Strauß zur Hand. Die bereits eingeweichte, angekeimte und geschrotete Gerste kommt in den Maischebottich, wird mit Wasser versetzt, unter schweißtreibendem Rühren erhitzt und anschließend geläutert – so der Fachbegriff für gefiltert. Die herausgefilterten Feststoffe, der Treber, finden als besonders nahrhaftes Viehfutter im Museumsbauernhof Verwendung. Die verbliebene Flüssigkeit, die Würze, wird gekocht, mit Hopfen versetzt und geklärt, bis sie schließlich in die Kühlung kommt. Nach einer Woche Gärzeit und anschließender Reife ist das Bier nach vier bis sechs Wochen fertig und kann genossen werden.

Eintritt 7 €, ermäßigt 6 €, Familien 17 €, Teilfamilien 10 €.

Quelle: Fränkisches Freilandmuseum

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