Die „Love Letters“ sind wieder da

Das Theater Ansbach nimmt am 11. Mai die Erfolgsproduktion von Albert Ramsdell Gurney wieder auf.

Andrew und Melissa kennen einander, seit sie Kinder waren. In der Schule schreiben sie sich Zettel, Geburtstagseinladungen, kleine Dankeskarten und überwinden die Hürden pubertärer Unsicherheiten: „Willst Du am Valentinstag meine Braut sein? – Also gut, ich will. Aber nur, wenn ich Dich nicht küssen muss“. Auch später, während sie Internate besuchen, zum College gehen oder ins Ausland reisen, bleibt ihre Bindung trotz der räumlichen Trennung durch das Schreiben bestehen – ein ganzes Leben lang. Ob Leistenbruch, Psychotherapie, Weltkrieg, Zahnspange oder Promotion – lustig, poetisch, dramatisch, ironisch, feinsinnig und romantisch werden die kleinen Probleme und großen Sorgen in unzähligen Briefen ausgebreitet. Gurney erschafft ein spannendes Lebens-Panorama zweier Menschen, die sich mögen, lieben, brauchen, nie zueinander finden und doch nie ganz voneinander lassen können. Eine Frau und ein Mann im schriftlichen Dialog über ein Leben in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Gefühlslagen: Melissa, aus vermögendem Haus, zerbricht als Künstlerin an einer eigennützigen Umwelt; Andrew erkämpft sich als Jurist Wohlstand und Ansehen, doch auch er wird nicht von privaten Sorgen verschont.

Lassen sie sich erneut berühren von der feinsinnigen Inszenierung von Urs Leicht mit Claudia Dölker und Hartmut Scheyhing. Zu sehen ist sie am 11., 12., 17., 20., 25. und 26. Mai um jeweils 19.30 Uhr im Roten Kabinett.

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