Ein Ausstieg ohne Sicherung!? Boulder Hall in Burgoberbach muss am Freitag erstmal schließen

Echter Mehrwert in der Region geht damit verloren

Bouldern – was ist das? Diese Frage stellt sich nicht für die Kunden und Boulderliebhaber der Halle in Burgoberbach. Ist damit nun wirklich Schluss? Wegen familiärer Unstimmigkeiten, die nun vor Gericht stehen, muss die Boulder Hall am kommenden Freitag, den 14.12.2018, erstmal schließen. „Wie es danach weiter geht, weiß ich noch nicht, das entscheidet der Insolvenzverwalter“, so Nico Gebhardt, Geschäftsführer der Boulder Hall.

Am heutigen Mittwoch ist das letzte Mal „normaler“ Betrieb. Morgen wird ein gemeinsamer Ausklang mit Bier und Bouldern stattfinden, bevor die Türen am Freitag geschlossen bleiben. So kennen wir die Boulder Hall mit all ihren Mitarbeitern und Kunden. Diese Truppe ist sehr engagiert, veranstaltet Events und Schuhtests mit der Firma „Mountain-Sports“ aus der Ansbacher Altstadt oder Wettkämpfe und Yoga-Kurse. Nico Gebhardt meint dazu: „Die Besucherzahlen sind im  letzten Jahr stark gestiegen, weswegen wir auch die Kurszahlen für Kinder und Anfänger erhöht haben.“

Auch das Einzugsgebiet ist sehr interessant. Klar, die meisten Besucher kommen aus Ansbach und der näheren Umgebung. Aber auch Kunden aus Nürnberg sind regelmäßig zu Gast. Zu den Wettkämpfen reisen sogar Leute aus Mannheim oder Regensburg an, weil es solche nur sehr selten gibt.

Umso größer war der Aufschrei, als Nico am gestrigen Dienstag eine ernste Nachricht an die Boulder Community von Burgoberbach schicken musste: „Servus liebe Kunden, Mitarbeiter, Partner und Unterstützer, leider habe ich heute ganz schlechte Nachrichten für euch. Vor über einem Jahr wurde uns das Mietverhältnis, ohne Angabe von Gründen, durch die Vermieterin gekündigt. Das hat zur Folge, dass wir keine Umsatzgrundlage mehr haben und demnach Insolvenz anmelden müssen. (…)“ Die Anteilnahme war so groß, dass Nico eine Petition gestartet hat, die nun noch bis Montag, 17.12.2018 läuft.

Doch was hat es mit der Petition auf sich? – Die Petition würde kaum eine Gewichtung bei Gericht haben, so Nico. Doch es zeigt dem Landkreis und auch vielleicht der Familie, was hinter der Boulder Hall alles steckt – viel Leidenschaft und eine riesen Community. Und es ist schon bemerkenswert: Innerhalb eines Tages konnten in der Online-Petition über 1.700 Unterschriften gesammelt werden; dazu gab es noch knapp 600 Kommentare. Einige davon sehr aussagekräftig (siehe Kommentare unten).

Tatsache ist: Eine Boulderhalle hier in der Umgebung der Stadt Ansbach bietet einen echten Mehrwert für die Region. Nicht nur für die Einheimischen, sondern auch als Anziehungspunkt für Leute aus dem Raum Nürnberg und Touristen. In dieser Halle wird der Gemeinschaftsgedanken noch wirklich groß geschrieben, und die Events und Zusammenarbeit mit Läden im Stadtzentrum sind auch keine Selbstverständlichkeit!

Wir drücken der Boulder Hall, vor allem Nico und allen Beteiligten die Daumen!


Wollt Ihr Nico und die Boulder Hall auch unterstützen, dann geht es hier direkt zur Petition und zur Homepage der Boulder Hall in Burgoberbach.


Simone Z. (Feuchtwangen) – 11.12.2018 17:25 Uhr

Weil ich für einen privaten Träger der Jugendhilfe im Auftrag des Jugendamtes arbeite und das bouldern für traumatisierte und psychisch kranke Kinder und Jugendliche aus psychologischer und pädagogischer Sicht unendlich wertvoll ist! Der Inhaber der Halle hat uns sofort einen großzügigen Sozialrabbatt gegeben, damit trotz unseres kleinen Budgets möglichst viele Kids aus dem gesamten LK Ansbach vom Bouldern profitieren können! Es wäre ein enormer Verlust für die sozialpädagogische Jugendarbeit wenn diese Halle geschlossen werden würde!

Axel S. (Ansbach) – 11.12.2018 17:48 Uhr

Die Boulderhalle ist so wichtig für den Ansbacher Raum! Für so viele Menschen ein Ort zum Treffen, Wohlfühlen und Sport machen. Macht bitte nicht das Highlight in unserer Umgebung kaputt. Die Stadt Ansbach hat eine schöne Summe für den Erhalt des Skaterplatzes zur Verfügung gestellt, bitte tut das doch auch für die Boulderhalle. Diese hat deutlich mehr Zulauf und ist so wichtig, egal ob für unsere Jugend wie auch Erwachsenen. Jeder der schonmal dort war weiß, dass es eine große Gemeinschaft, mehr eigentlich eine Familie ist. Nehmt euch ein Herz und überdenkt alle hastigen Entscheidungen…

Angelika D. (Nürnberg) – 11.12.2018 18:07 Uhr

Die Region braucht eine so toll geführte Boulderhalle! Nico macht das absolute spitze. Warum sollte ein Unternehmen, das gut läuft, Arbeitsplätze schafft & den Sport bei jungen Menschen fördert, eingestampft werden?


    

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