Stadtrat stellt Weichen für Entwicklung des ehemaligen Messegeländes in Ansbach

Das ehemalige Ansbacher Messegelände soll nach dem Willen des Stadtrats zu einem Quartier mit Schwerpunkt Wohnen entwickelt werden. Nachdem das Grundstück, auf dem ehemals die Tennishallen standen, seitens der Stadt vom Bezirk erworben wurde und die Hallen abgebrochen sind, steht einer Entwicklung der städtebaulich interessanten Fläche nun nichts mehr im Wege.

Nach ausführlicher Information zu allen relevanten Details zu Projektinhalten, liegenschaftlichen und rechtlichen Aspekten sowie bisher bekannten Kosten und intensiver Debatte in öffentlicher und nichtöffentlicher Sitzung traf der Ansbacher Stadtrat seine Entscheidung. Mit 30 zu 7 Stimmen, beschloss er die dem Antrag der ÖDPStadtratsfraktion zugrundeliegenden Überlegungen und Planungen weiterzuverfolgen. Der Schwerpunkt soll damit auf der Entwicklung des Quartiers zum Wohnen liegen. Zudem ist eine Renaturierung des Onolzbaches in dem Bereich angedacht.

Zur Entscheidung standen ursprünglich zwei Szenarien für die künftige Nutzung des Messegeländes. Zum einen war dies die vom TSV Fichte Ansbach e.V. aktuell vorgeschlagene Verlagerung seines Sportvereinsgeländes vom bisherigen Standort in der Türkenstraße auf das Messegelände. Das ursprünglich seitens des Sportausschusses breit begrüßte Konzept für ein großes Sportvereinszentrum in Kooperation mit weiteren Ansbacher Sportvereinen, wurde vom TSV Fichte leider aus verschiedenen Gründen, u.a. mangels ausreichender Resonanz bei den Vereinen und mit Blick auf die hohen Kosten, nicht weiterverfolgt.

Der zweite im Raum stehende Vorschlag, angestoßen durch einem Antrag der ÖDP, zielt auf die Umnutzung und Entwicklung des Messegeländes zugunsten eines gemischt genutzten Quartiers mit Schwerpunkt Wohnen ab. Hierfür sprach sich nun der Stadtrat mit großer Mehrheit aus.

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, kommentierte Oberbürgermeisterin Carda Seidel die getroffene Entscheidung. „Schließlich haben wir eine Entscheidung für das Projekt mit den besten Realisierungschancen und dem größten Mehrwert für eine nachhaltige Entwicklung unserer Stadt, aber nicht gegen den TSV Fichte getroffen.“

Ansbach habe einen wachsenden Bedarf an Wohnraum in der Kernstadt, der auf dem ehemaligen Messegelände nach aktueller Einschätzung der Fachleute, auch mit Blick auf die liegenschaftlichen und rechtlichen Bedingungen, problemloser umsetzbar sei, als z.B. auf dem derzeitigen Gelände des Sportvereins. Zudem habe der allseits begrüßte Vorschlag der Fichte für ein großes Sportzentrum ja leider nicht mehr zur Debatte gestanden. „Auf dem ehemaligen Messegelände kann gleich das Ansbacher Wohnbaumodell greifen, das seitens der Stadtspitze und des Stadtrates sehr unterstützt wird“, so Baureferent Jochen Büschl. „Möglich wäre dort neben neuen Wohnungen unter anderem auch die Errichtung einer Kindertagesstätte.“ Zunächst gelte es jedoch, die Verhandlungen zum Erwerb der restlichen Flächen mit dem Bezirk Mittelfranken fortzusetzen und die nötigen Voruntersuchungen weiterzuführen, wie ebenfalls beschlossen wurde.

In einem gesonderten Beschluss folgte der Stadtrat einstimmig dem Vorschlag von Oberbürgermeisterin Carda Seidel, Gespräche mit der Vereinsführung des TSV Fichte aufzunehmen, um zu klären, in welcher Form Verbesserungen am bestehenden Sportgelände unterstützt werden können. Dies gemäß Finanzreferent Hans Schwarzbeck selbstverständlich unter Berücksichtigung der Sportförderrichtlinien der Stadt Ansbach, die eine einheitliche Praxis bei der Unterstützung der ansässigen Sportvereine sicherstellen.

Beschluss:
Der Stadtrat spricht sich dafür aus, am Messegelände ein gemischtes Quartier mit Schwerpunkt Wohnen weiterzuverfolgen.
Er erteilt folgenden Auftrag an die Verwaltung:

  • Grundstücksverhandlungen mit dem Bezirk zum Erwerb des restlichen Messegeländes fortzuführen
  • die städtebaulichen Überlegungen und Planungen im Sinne des ÖDPAntrages umzusetzen und die hierfür nötigen Voruntersuchungen durchführen zu lassen.

Abstimmungsergebnis: Ja 30 Nein 7 Mehrheitlich beschlossen.

Die Verwaltung wird beauftragt

  • Gespräche mit der Vereinsführung des TSV Fichte aufzunehmen, um zu klären, in welcher Form Verbesserungen am bestehenden Sportgelände unterstützt werden können

Einstimmig beschlossen.

Quelle: Stadt Ansbach

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